Beispielanwendung: Roboterbasiertes Beladen einer Drehmaschine

Die Automatisierung des Bestückungsprozesses einer CNC gesteuerter Drehmaschine stellt oft aus mehreren Gründen eine Herausforderung dar:

  • Die zu produzierenden Mengen sind relativ klein, was zum häufigen Rüsten führt und von der Automationslösung eine hohe Flexibilität und eine einfache Bedienung verlangt
  • Der zur Verfügung stehende Platz ist beschränkt und erfordert eine kompakte Konstruktion der Bestückungsanlage
  • Die Zugänglichkeit zu der CNC-Maschine darf nicht negativ beeinträchtigt werden, um das Rüsten der Maschine nicht zu behindern

Als Lösung haben wir für einen unserer Kunden ein Konzept entwickelt, dass diesen Herausforderungen gewachsen ist und eine wirtschaftliche Möglichkeit bietet, die hochqualifizierten Mitarbeiter von stupiden Tätigkeiten zu entlasten. Dabei ging es speziell um die Bestückung der Drehmaschine mit Zinkdruckgussteilen, wobei an der Anlage insgesamt 18 unterschiedliche Artikel produziert werden.

CNC-Feeder

Die Bestückung der Drehmaschine übernimmt der 6-Achsige Roboter RV-13F-Q von Mitsubishi Electric. Dank seiner Traglast von 13 kg und Reichweite von 1388 mm ist er für die Maschinenbestückung bestens geeignet. Die zu bearbeitenden Werkstücke werden manuell in ein Schubladenmagazin abgelegt. Dabei muss lediglich darauf geachtet werden, dass die Teile nicht übereinander liegen, und immer die gleiche Seite oben ist. Die genaue Position und Orientierung ist dabei nicht relevant. Abhängig von der Größe der Teile und der Dauer, die die Anlage autonom arbeiten soll, können bis zu 10 Schubladen realisiert werden. Die Schubladen können auf beiden Seiten herausgezogen werden.

Zum Bestücken der Bearbeitungsmaschine zieht der Roboter die Schublade heraus. Das über der Schublade angebrachte Bildverarbeitungssystem von Cognex ermittelt die Koordinaten eines Werkstücks und übergibt diese an den Roboter. Dieser fährt die Position über dem Teil an und greift das Werkstück mit Hilfe eines pneumatischen Zentrischgreifers von SCHUNK. Nach der Bearbeitung entnimmt der Roboter das Teil aus der Maschine und legt es ab.

Zum Befüllen der Schubladen muss der Roboter nicht angehalten werden. Alle Schubladen bis auf die aktuell vom Roboter benötigte können ohne Prozessunterbrechung herausgezogen werden.

Die Roboteranlage ist mit einem Sicherheitslaserscanner von SICK ausgestattet, der den Arbeitsbereich des Roboters überwacht und den Roboter anhält, wenn eine Person diesen betritt. Auf diese Weise bleibt die Anlage leicht zugänglich und kann dank ihrem kompakten Aufbau mit minimalem Aufwand zu einer anderen Maschine versetzt werden.

 

 

 

 

 

 maschinenbestueckung